Work & Travel Japan – Eltern gegen Kinder? Teil 1

Wie reagieren Eltern auf einen längeren Auslandsaufenthalt?

 

Haben sie Angst, wenden sie sich ab?

Sind sie mit voller Eifer dabei und freuen sich mit einem?

Diese Fragen werden in der 3 Teiligen Gastbeitrag Serie geklärt, Ihr dürft auf tolle Geschichten gespannt sein!

Nathalie – Jahrgang 1992 – Erzieherin – Work & Traveller in Japan – als Reisewölkchen auf der Welt Zuhause

Feuerwerk JapanMein Abenteuer startete am 31. Juli 2016. Aber eigentlich schon viel früher.
Für mich startet ein Abenteuer nämlich dann, wenn man weiß, dass man es umsetzen will und wird! Egal, ob es sich um das Reisen handelt oder um das eigene Leben, was man selber zu bestimmen hat. Mein Weg führt mich in ein Land, was sich in der Kultur so gar nicht mit unserem Vergleichen lässt. Es ging nach Japan! Dem relativ kleinem Inselstaat, welcher sich auf einer Weltkarte nicht unbedingt den beliebtesten oder meistbesuchten Reisezielen zuordnen lässt.

 

Und dort wollte ich hin. Für ein Jahr!

Nachdem ich bereits im Sommer 2014 für zwei Wochen vor Ort war, war mir klar, dass ich dieses Land mit all seinen Facetten kennen lernen möchte. Und das nicht nur während einiger Urlaubstrips. Ich wollte Japan kennenlernen. Hier leben. Und das habe ich umgesetzt.Geplant hatte ich diesen Trip bereits im letzten Jahr. Doch wegen persönlicher Gründe konnte er nicht stattfinden. Und geplant war er bis hierhin nur von mir. Bescheid wusste niemand. Erst als es klar war, dass er verschoben werden musste, war klar, dass ich nun Familie und Freunde einzuweihen hatte.

 

Ein großer Schritt, der einiges an Überlegungen beinhaltete.

 

Aber im Enddefekt sagte ich es frei heraus. Erst meiner Mutter. Denn sie war es, die mich dazu ermutigte diesen Schritt zu gehen, auch wenn ihr die Trennung schwer fallen würde.
Meiner besten Freundin. Die sich sofort einen Reiseführer und eine japanische Länderkarte holte, um einen Überblick zu haben, wo ich mich befinden würde.

Meiner Brieffreundin. Die zugleich glücklich, aber auch traurig über diesen Entschluss war. Und mich doch immer unterstützen wollte.Meine längste Freundin. Diejenige, die mich die letzten 21 Jahre quer durch alle Lebenslagen begleitet hat.Mein Vater. Der erste große Brocken. Nicht, weil er dagegen sein würde, sondern weil er sich Sorgen machen würde und diese auch zeigt. Wahrscheinlich ein wenig anders als meine Mutter.Daraufhin folgten: Arbeitgeber, Verein, weitere Freunde und Bekannte. Die Nachricht war raus. Es gab also kein Zurück mehr.

 

Reisewoelkchen JapanAlso ging es nun an die Planung. Elf Monate Japan, damit ich die Möglichkeit hatte, anschließend wieder in meinen Beruf – als Erzieherin – zurückzukehren. Doch schon Monate zuvor, war mir klar, dass ich das wahrscheinlich doch nie wieder machen werde. Bei meiner Planung wurde ich allem voran von meinen Freunden unterstützt. Meine Eltern ermutigten mich zwar, wollten aber mit der Planung nicht allzu viel zu tun haben. Es viel ihnen schwer, meine große Freude auf monatelanges Ausland zu verstehen. Immerhin wäre ich in dieser Zeit nicht wirklich bei ihnen. Aber es war schon in Ordnung. Immerhin legten mir meine Eltern keine Steine in den Weg. Ich habe von anderen gehört, da soll das Ganze nicht so glimpflich abgelaufen und im großen Streit geendet haben.

 

 

Meiner Planung waren keine Grenzen gesetzt. Ich wollte von der Mitte aus, in den hohen Norden nach Sapporo und anschließend runter in den Süden, nach Fukuoka. Glück für mich war es, in den letzten Monaten gespart zu haben; so viel wie es eben ging. Und eigentlich hatte ich das Gefühl gut aufgestellt zu sein, was die Kosten angeht.
Immerhin habe ich bis Ende November alles gebucht und es ist bereits bis hierher alles gezahlt.
Doch in Japan ist man förmlich dazu veranlasst, Arbeit anzunehmen. Mal wirklich Urlaub machen; das kennen die Japaner nicht.

 

Disneyland JapanAlso habe auch ich mich in der zweiten Woche dazu aufgerafft und mir einen Job beschafft. Lieber zu viel Geld, als zu wenig war hier die Devise. Meine ersten Wochen in Japan verliefen prima. Ich habe tolle Freunde gefunden und bin stolz auf meine Eltern, wie gut sie es doch meistern wie ihr Kind am anderen Ende der Welt herumtollt.

 

 

Ein nicht ganz so schönes Ergebnis im ersten Monat war wohl mein Krankenhausbesuch, welcher in der Nacht stattfand, da ich die Treppen an einer Bahnstation hinuntergesegelt war. Ich wusste nicht wie ich es geschafft habe, bis heute nicht, aber ich musste am Ellenbogen genäht werden. Genäht werden, was verstaucht, was gebrochen – so etwas hatte ich noch nie. Und, weiß Gott, ich war nicht zimperlich in meiner Kindheit.

 

Aber wer kann schon von sich behaupten, dass erste Mal in Japan genäht worden zu sein? Wahrscheinlich nicht all zu viele.

 

Auch wenn mir einige Negativbeispiele aufgefallen sind, in einem Land das von allen die freundlichsten Menschen beherbergen soll, bin ich doch sehr froh, hier zu sein und freue mich schon auf die nächsten Monate, Festlichkeiten und vieles mehr.

Aber ich glaube, ich werde einer der glücklichsten Menschen sein, wenn ich meine Familie und meine Freunde wieder in die Arme schließen kann –  um anschließend das nächste Abenteuer zu planen. 🙂

 

Wie ist euer Umfeld aufgestellt? Gerne dürft Ihr mir Feedback in den Kommentaren dalassen.

Kommentar verfassen