Couchsurfing – Erfahrungen und wie du den perfekten Gastgeber findest!

Couchsurfing – Erfahrungen und wie du den Perfekten Gastgeber findest!

In den letzten Jahren habe ich einige Couchsurfing Erfahrungen machen dürfen. In diesem Post möchte ich euch diese mitteilen sowie meine Vorgehensweise um den nach seinen Wünschen passendenden Gastgeber zu finden.

 

 

Allgemein zu Couchsurfing, kurz CS:

2003 wurde Couchsurfing International gegründet, es ist also schon ein alter Hut. Sinn und Zweck dieser Plattform ist ganz einfach:

Finde eine Couch – Biete eine Couch an

Suche einen Insider Guide – Sei ein Insider Guide

Suche nach Individueller Hilfe in deinem momentanen Aufenthaltsort – Biete deine Hilfe in deiner Wohnstadt an

 

Ziel von Couchsurfing:

Das Hauptsächliche Ziel soll ein gesicherter Schlafplatz mit Kontakt zu einheimischen sein. Im besten Fall auch eine Private Stadtführung mit Insider Tipps deines Gastgebers.

Eine sehr gut gemachte Couchurfing Dokumentationsserie, genannt „Auf 3 Sofas durch…“ kannst du mit klick darauf anschauen.

 

Was kannst du erwarten?

Da CS Hauptsächlich dazu dient einen Schlafplatz zu finden, darfst du genau das erwarten. Zusätze wie Stadtführungen etc werden meistens gerne gemacht. Dennoch sollten sie nicht als selbstverständlich angesehen werden!

 

Was kannst du geben?

Das Leben ist ein geben und ein nehmen, und auch wenn Couchsurfing kostenfrei ist empfinde ich es nur mehr als fair wenn man seinen Gastgeber etwas zurückgeben kann. Das müssen keine Mords Geschenke sein!

  • Eine kleine Geste, ein andenken reicht vollkommen.

  • Du kannst z.b ein essen aus deiner Heimat kochen, ein kleines Geschenk was Typisch für deine Heimatstadt ist mitbringen.

  • Was auch sehr witzig ist: Du könntest deinem Gastgeber Sätze auf Deutsch beibringen: Ich liebe dich, du siehst hübsch aus, Sei herzlich Willkommen – sind Sätze die dein Gastgeber mit Sicherheit sehr Lernens Wert findet.

  • Wenn du nichts kaufen möchtest dann kannst du auch anbieten die Wohnung etwas aufzuräumen, einmal durch zu saugen etc.

  • Wenn du künstlerisch begabt bist könntest du zudem anbieten ein Bild zu malen was der Gastgeber an die Wand hängen kann – er wird sich so schnell nicht vergessen.

 

Wie finde ich den passenden Gastgeber?

Zuallererst solltest du dir Gedanken machen was du für Wünsche hast.

  • Brauchst du nur einen Schlafplatz oder zusätzlich einen City-Guide?

  • Möchtest du das Nachtleben gezeigt bekommen?

  • Soll er deine Muttersprache sprechen.

  • Möchtest du ein eigenes Zimmer?

Couchsurfing, FilterAuf was legst du wert?  Und genau nach deinen Vorstellungen wählst du den für dich passenden Gastgeber aus. Du kannst hierfür die Filter Funktion nutzen.            Wichtig: Schau wann er zuletzt online war, lese das Profil des Gastgebers durch, schaue dir Bilder und Referenzen an. Es bringt nichts wenn der Gastgeber Wochen oder Monate nicht online war – da stehen die Chancen sehr schlecht eine Rückmeldung zu bekommen!

Couchsurfind, Last minute CouchNun schickst du Ihn eine Hosting Anfrage, schreibst Ihm ein paar Nette Worte z.b etwas über dich und was du dir von ihm Wünschen würdest. Meist erhältst du binnen weniger Tage eine Rückmeldung. Solltest du es sehr, sehr eilig haben gibt es bei Couchsurfing spezielle Gruppen. Hierfür kannst du in der Suche „last minute (und die Stadt)“ eingeben.

 

 

Was sollte ich bei einer Host Anfrage in die Nachricht schreiben?

Ich bin immer wie folgt vorgegangen:

  • Nachdem ich das Profil studiert habe, habe ich mir Gemeinsamkeiten rausgesucht und geschrieben das ich z.b. Musik ebenfalls sehr gut finde.

  • Danach habe ich mich etwas beschrieben. Friendly, open-mind, easy going person. Das und mehr natürlich in ganzen Sätzen. Dann kam, das ich mich sehr freuen würde wenn mir sie Umgebung gezeigt werden würde. Ich möchte aber nicht zur Last fallen und es würden mir auch Empfehlungen plus Wegbeschreibungen reichen.

  • Die Nachricht beendete ich immer damit dass ich auch gerne im Haushalt mit anpacken kann oder ein leckeres Essen zaubern würde.

Wenn Ihr euch diese Tipps zu Herzen nehmt könnt Ihr kaum falsch fahren.                   Freundlichkeit, zuvorkommen, Offenheit und Anpassung sind sehr wichtig.

 

Wieso wirst du abgelehnt?

Das kann verschiedene Gründe haben und sollte dich auf keinen fall runterziehen!

  • Der Häufigste Grund für eine Ablehnung ist das der Couch Platz bereits vergeben ist.

  • Wenn Ihr mehr als 2 Personen seid kann auch das aus Platzgründen der Fall sein. Solltet Ihr in der Stadt in der nur wenige Hoster sind, dann fragt einfach nochmal gezielt nach der Ablehnung nach und bietet an auf einer Luftmatratze z.b vor der Couch schlafen zu können. So könnte man gut zu viert schlafen. Oft werdet Ihr dann angenommen!

  • Raucher werden ebenfalls gerne abgelehnt. Versucht anzubieten zum Rauchen vor die Tür zu gehen denn oft gestatten die Gastgeber das Rauchen auf dem Balkon nicht.

Seid einfach offen und flexibel, schreibt eine Nette Nachricht und betont warum Ihr genau zu diesem Gastgeber möchtet.

 

Ist es schwerer eine Couch zu finden mit mehreren Personen?

Jein. Es gibt Länder wie z.b China, Singapur, Panama, Brasilien wo Platz Mangelware ist. Viel zu teuer und oft lässt man fremde nicht in seine Wohnung. Doch gerade in westlicheren Länder oder ländlich gelegenen Städten ist dies kein Problem! Bietet an das Ihr auch auf dem Boden mit einer Luftmatratze schlafen könntet.

 

Wo war ich als Couchsurfer aktiv?

  • Ich war 2 Wochen in Köln bei einer 50+ jährigen Selbstständigen Frau mit einem PC Geschäft. Ebenfalls in Köln für 1 Woche bei einem 45 jährigen Englisch und deutsch Lehrer.

  • In Utrecht für 2 Nächte bei einer 4 Köpfigen Familie mit 2 kleinen Kids.

  • In Thailand bei Einer Typisch Thailändischen Familie. 4 Personen.

 

Nach was suche ich meine Gastgeber aus?

  • Da ich keine Partymaus bin, es bevorzuge nachts zu schlafen um am Tag die Umgebung zu erkunden habe ich die Bilder und Referenzen genau durchgelesen. Wenn dort häufig stand „Tolle Nacht in mega Geilen Clubs verbracht“ habe ich keine Host anfrage verschickt.

  • Zudem war es mir, speziell in Thailand wichtig das der Gastgeber ein wenig deutsch kann. Ich wünschte mir kein perfektes deutsch, nur ein klein wenig.

  • Gerade als Frau hat man bedenken bei Männer zu schlafen. Kopfkino. Mir ist das relativ egal! Denn bei einem gut verfasstem Profil, vielen Referenzen von Frauen die bei dem Mann geschlafen haben und positiven Bewertungen, sollte es keine Probleme geben.

  • Was die Schlaf Situation angeht habe ich immer zuerst nach einem Bett bzw eigenem Zimmer gefiltert. Danach nach einer Couch. Die meisten Gastgeber, besonders in Deutschland, haben tatsächlich extra Zimmer für Ihrer Couchsurfer eingerichtet und geben sich unglaublich viel Mühe das du dich wohl fühlst bei Ihnen.

Ihr müsst immer dran denken: Euer Gastgeber hat genau so seine Bedenken:

  • Hole ich mir einen Dieb ins Haus?

  • Einen Killer?

  • Einen unfreundlichen, unordentlichen Mensch?

Meine Erfahrungen als Couchsurfer!

  • Die Erste Couchsurfing Erfahrung, bei einer 50+ jährigen Selbständigen Frau war für zwei ganze Wochen in Köln, Sülz. Sie schickte mir Ihrer Adresse, ich kam gegen Abend zu Ihr. Wir tranken ein Kölsch zusammen und quatschen, lernten und kennen.

    Nach fast drei Stunden stand sie auf, sagte ich soll mich wie zuhause fühlen, kann alles Essbares essen was ich möchte. Sie möchte mir zudem einen Wohnungsschlüssel geben und wenn ich nicht dagegen habe dann kann ich die Wohnung für mich alleine haben. Sie würde für diese Zeit zu Ihrem Freund ziehen. Mein erster Gedanke war das ich überwältigt von Ihrem Vertrauen war! Vertrauen ist Ultra wichtig, sowohl als Gastgeber als auch als Couchsurfer! Natürlich bedankte ich mich und versprach nichts anzustellen und bei Problemen sie anzurufen.

    Doch ich war auch etwas traurig denn bei CS geht es auch darum sich mit Lokals zu verbinden und Insider wissen zu erlangen. Dies bekam ich in den zwei Wochen trotzdem indem ich bei Couchsurfing verschiedenen Lokals anschrieb, mich mit Ihnen traf und so die Stadt von allen Seiten erleben durfte!

    Am Ende der zwei Woche, räumte ich die Wohnung auf, putze sie und kaufte die Lebensmittel nach die ich verbraucht hatte. Schrieb einen lieben Dankesbrief zusammen mit einem Kölsch sowie ein Bild von mir und dem Kölner Dom. Das Bild hatte ich beim DM um die Ecke ausgedruckt.

 

  • Couchsurfing, KölnDas zweite Mal, ebenfalls in Köln, diesmal Ehrenfeld, war für eine Woche bei einem 45 jährigen Englisch und deutsch Lehrer. Ich hatte eine Bettcouch bei Ihm. Da er natürlich arbeiten musste war er vor 4 Uhr nie zuhause. Er kam meist so zwischen 7-9 Uhr nachhause.                                            Auch von Ihm bekam ich einen Wohnungsschlüssel, durfte essen was ich wollte und theoretisch so lange duschen wie ich mochte. Die Gespräche waren sehr interessant! Er erzählte meistens von seiner Zeit als Lehrer und was seine Teenager Schüler ml wieder für Mist gebaut hatten. Total Interessant und zum Todlachen! Wie hatten eine echt gute Gesprächszeit.                                                                                                                                Zum Abschluss Bügelte ich ordentlich alle seine Hemden und sortierte sie in seinen Schrank. Zog die Couch ab und saugte einmal durch.

 

  • Das dritte Mal war in den Niederlanden, Utrecht für zwei Tage bei einer Familie mit zwei kleinen Kids und einem Au Pair aus Bolivien. Ich war in Utrecht als Au Pair doch es gab heftige Probleme mit der Familie und so bekam ich das Angebot von dieser Familie mich für ein paar Tage aufzunehmen – als Couchsurfer.                                                                                               Ich lebte das Familienleben mit und half dem anderen Au Pair wo ich konnte. Die Eltern waren unglaublich herzlich und sehr an meinem Wohlergehen interessiert. Mehrmals bekam ich zu hören das ich immer wieder Willkommen bin. Wenn sie aktuell kein Au Pair hätten würden sie mich sofort einstellen,  da auch die Kinder in den zwei Tagen sich absolut in mich verliebt hatten.

 

 

  • Couchsurfing, Thailand, BangkokDas vierte Mal war in Thailand, Bangkok. Bei einer vier Köpfigen Typisch Thailändischen Familie blieb ich für 10 Tage. Die 24 jährige Tochter hatte ein Austausch Schuljahr in Deutschland verbracht und konnte noch ein wenig deutsch. Mit den anderen Familienmitgliedern war Verständigung nur mit Händen und Füßen möglich.                                             Meine Couch war ein eigenes Zimmer mit Air Conditioner – absoluter Luxus! Ich durfte mich im Haus frei bewegen duschen und Wäsche waschen sooft ich wollte. Bekam von dem Sohn, für diese Zeit, seinen Laptop damit ich am Abend auf meinem Blog berichten konnte.                                                                                                                                                   Die Mutter ging mehrmals in dieser Zeit früh morgens auf den Markt und kaufte mir mein Lieblings Obst, da sie schnell merkte das ich das köstliche, warme Thai essen früh am Morgen nicht runter bekam. Absolut wundervoll, total herzlich! Zudem kochte sie nahezu jeden Abend ein Festmal – nur wegen mir, wie ich von der Tochter gesagt bekam. Die Tochter zeigte mir täglich sämtliche Ecken in Bangkok. Ich bekam das Leben in Bangkok Hautnah mit, mit allem was dazu gehörte!                                                                                                                                       Tochter und Mutter brachten mich auch ins Krankenhaus und bezahlten die Arztrechnung als ich eine Lebensmittelvergiftung hatte! Ich bin Ihnen bis heute super dankbar für das alles und stehe mit der Tochter, auch nach 4 Jahren, noch immer in Kontakt über Facebook!                      Du kannst meine Thailandreise HIER nachlesen.

Was habe ich als Gegenleistung gemacht?

Eine Gegenleistung wird nicht erwartet und gehört auch nicht zum Konzept von Couchsurfing! Jedoch habe ich wohl am meisten Geputzt. Generell alles was mir im Haushalt aufgefallen ist habe ich gemacht. Gesaugt, geputzt, gebügelt, abgewaschen. Essen nachgekauft. Dankesbriefe hinterlassen.                                                                                                                                            Aber das wichtigste was ich zurückgeben konnte waren meine Lebensgeschichte und Weltansicht! Etwas was für Geld nicht zu kaufen ist.

 

Fazit:

Ich würde immer wieder Couchsurfing machen! Ich bevorzuge es auch einer Airbnb Unterkunft, und das nicht weil CS umsonst ist. Die Menschen die ich kennen lernen durfte und die Soziale Anbindung waren und sind mir sehr, sehr wichtig. Ich hätte nie die Umgebung so Intensiv und einzigartig kennengelernt wenn ich ein Hotel oder ähnliches gebucht hätte!

Trau dich! Sei Mutig! Sei offen! – Dann wird dir nichts passieren und wird ein wundervolles Erlebnis werden!

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